Ein Blick hinter die Kulissen: Was dich in diesem Artikel erwartet
Entdecke die 6 aufregenden Geheimnisse der Social-Media-Plattformen für Künstler*innen! Tauche ein in die Kunst der strategischen Online-Präsenz – vom Outsourcing deiner Social-Media-Aufgaben bis hin zum Verständnis gängiger Marketingbegriffe. Lerne, eine starke Markenidentität aufzubauen, dein Publikum zu definieren und faszinierende Inhalte zu kreieren. Stärke deine künstlerische Position, steigere dein Einkommen und bewege dich mit Expertenwissen souverän in der Kunstwelt.
Basierend auf der Umfrage in meiner LinkedIn-Gruppe ist deutlich geworden, dass die meisten von euch die Bedeutung sozialer Medien erkannt haben. Heute können Künstler*innen ohne eine solide Social-Media-Präsenz kaum erfolgreich sein.

Geheimnis 1) Deine Zeit vs. die Zeit anderer
Es ist absolut kein Zeichen von Schwäche, Social-Media-Aufgaben auszulagern. Die Preise reichen von etwa 500 € für zwei Posts pro Woche über einen Monat bis zu 3000 € für sechs Posts pro Woche, jeweils mit einer Mindestvertragsdauer von drei Monaten – denn Erfolge auf Social Media entstehen nicht über Nacht.
Selbst wenn du deine Beiträge planst und Stories im Voraus vorbereitest, ist das Management ein Fulltime-Job. Du musst daher sorgfältig abwägen, ob du diese Aufgabe delegierst und dich stattdessen auf die künstlerische Arbeit konzentrierst – oder ob du sie selbst übernimmst und deine kreative Produktion vorübergehend reduzierst.

Social-Media-Strategie
Egal, ob du deine Social-Media-Präsenz selbst führst oder delegierst – du brauchst eine klare Strategie. Eine gute Strategie basiert auf drei grundlegenden Fragen:
Wer bist du?
Was bietest du an?
Wer ist dein Publikum?
Ich teile hier eine Reihe von Fragen, die du beantworten solltest, um eine wirksame Strategie zu entwickeln. Als Beispiel verwende ich mein eigenes Unternehmen – ich kann mich ja schlecht selbst verklagen.
Geheimnis 2) Grundbegriffe des Marketings
Markenzweck (Brand Purpose)
Die erste Frage: Warum existiert deine Marke überhaupt? Jeder Künstlerin ist im Grunde eine Marke – das erleichtert vieles. Du solltest klar formulieren können, warum deine Marke existiert – sowohl praktisch als auch philosophisch.
In meinem Fall lautet der Zweck: Künstler*innen und Galerien dabei zu unterstützen, ihre Online-Präsenz effizient auszubauen.
Markenmission (Brand Mission)
Deine Mission beschreibt, was du mit deiner Marke erreichen willst und welchen Beitrag du für die Zukunft leisten möchtest.
Ich helfe Künstler*innen, ihre Sichtbarkeit zu steigern, damit sie ein engagiertes Publikum gewinnen und ein stabiles Einkommen aufbauen können.
Markenwerte (Brand Values)
Diese legen fest, nach welchen Prinzipien du handelst, um deine Mission zu verwirklichen.
Meine Werte sind: international, einfallsreich und kritisch.
- International, weil ich Kunstliebhaber*innen weltweit miteinander vernetzen möchte.
- Einfallsreich, weil ich mich auf Künstler*innen aus Berlin und lokale Organisationen konzentriere.
- Kritisch, weil ich eine kuratorische Perspektive einnehme, die sich auf bestimmte Themen konzentriert.
Markenpersönlichkeit (Brand Personality)
Definiere, welche Eigenschaften deine Marke hat: bist du freundlich und aufgeschlossen, oder sachlich und professionell?
In meinem Fall habe ich „freundlich & zugänglich“ gewählt, um mit Künstler*innen auf Augenhöhe zu kommunizieren, die sich in ihrer Außendarstellung unsicher fühlen.
Ich halte meine Sprache einfach und verständlich – passend zu meinem internationalen Ansatz.

Mehr Marketingbegriffe im Detail
Was ist dein Markenversprechen?
In meinem Fall lautet es: Künstlerinnen und Galerien befähigen, ihre Online-Präsenz selbstbewusst zu gestalten.*
Wenn deine Marke eine Berühmtheit wäre, wer wäre sie?
Ich bewundere Jerry Saltz, weil er emotional über Kunst spricht und sie zugänglich erklärt – statt sie in Mythen zu verpacken.
Welche Marken bewunderst du – und warum?
Ebenso hilfreich ist es, Marken zu identifizieren, die du nicht magst, und zu verstehen, was dich an ihnen stört.

Geheimnis 3) Dein Produkt oder deine Dienstleistung
Nun, da du weißt, wer du bist, musst du klar formulieren, was du tust.
Erstelle eine Positionierungsaussage, die beschreibt, was dein Unternehmen macht und für wen. Sei so konkret wie möglich. Zum Beispiel:
Wir helfen Berliner Künstlerinnen und Galerien, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen – im Gegensatz zu klassischen Marketingagenturen, legen wir Wert auf klare Kommunikation und einfache Umsetzbarkeit.*
Überlege anschließend, welchen emotionalen und funktionalen Nutzen deine Kund*innen durch die Zusammenarbeit gewinnen:
Emotionaler Nutzen: Kontrolle und Selbstvertrauen im Umgang mit der eigenen Online-Präsenz.
Funktionaler Nutzen: Effizientes Management ihrer digitalen Kanäle.

Geheimnis 4) Dein Publikum
Nachdem du definiert hast, wer du bist und was du anbietest, geht es nun um dein Publikum.
Beschreibe deine Zielgruppe so konkret wie möglich. In meinem Fall basieren die Daten auf Google Analytics, Instagram- und LinkedIn-Insights:
Demografische Daten:
Überwiegend Frauen im Alter von 28–55 Jahren, mit Schwerpunkt in Berlin.
Psychografische Merkmale:
Interesse an Kunst, DIY, Pigmentherstellung, freiberuflicher Tätigkeit und harmonischem Lebensstil.
Ziele:
Anerkennung finden und ein sicheres Einkommen mit ihrer Kunst erzielen.
Warum sie mein Angebot nutzen:
Um Marketinghürden zu überwinden und ihre Kunst erfolgreich zu präsentieren.
Warum sie sich angesprochen fühlen:
Weil meine Ansprache lösungsorientiert und nahbar ist.

Geheimnis 5) Der nächste Schritt – dein Content-Framework
Wenn du all diese Fragen beantwortet hast, kannst du dein Content-Framework für Social Media entwickeln. Es besteht aus drei Säulen: Brand Story, Produkt- oder Service-Story, Audience (Publikum)
Brand Story:
Eine kurze Zusammenfassung dessen, wofür deine Marke steht. Zum Beispiel:
Werte/Berufung: Zugang zur Berliner (und internationalen) Kunstszene schaffen.
Mission/Vision: Künstler*innen und Galerien helfen, ihre Online-Präsenz selbst zu verwalten.
Kultur: Freestyle, inklusiv, freundlich und offen.
Produkt-/Service-Story:
Beschreibe den Nutzen deines Angebots – emotional und funktional. Zum Beispiel:
Problem: Fehlendes Wissen über Social Media und die Kunstszene.
Lösung: Entwicklung und Umsetzung individueller Marketingstrategien, inklusive Vorlagen, Anzeigenkampagnen (FB, IG, LinkedIn), Reporting und Textoptimierung.
Ergebnis: Mehr Glaubwürdigkeit, wachsende Online-Präsenz, eine kaufbereite Community.
Merkmale: Preisgestaltung, Beratungen, Blog-Abos, Webinare, Einzelcoachings etc.
Die letzte Säule des Content-Frameworks ist das Audience (Publikum):
Liste 3–4 übergeordnete Themen, die dein Publikum interessieren und zu denen du Expertise hast, z. B.:
- Netzwerken in der Kunstwelt und Social Media Marketing
- Kommentare und Meinungen zu aktuellen Kunstausstellungen
Für jede Säule kannst du Content-Ideen entwickeln. Zum Beispiel:
- Atelierbesuche und Galerietouren (für „Brand Story“)
- Blogartikel oder Webinare (für „Produkt Story“)
- Künstler*innen-Porträts, Peer2Peer-Sessions, Eventposts (für „Audience“)
Wichtig: Veröffentliche nicht denselben Inhalt auf allen Plattformen. Jede Plattform dient einem anderen Zweck. Was auf Facebook funktioniert, gehört nicht automatisch auf TikTok.
Ich empfehle dir, dir Zeit zu nehmen, klare Ziele zu definieren und präzise Briefings zu formulieren – besonders, wenn du mit Freelancer*innen arbeitest.
Sobald du weißt, was und wo du posten willst, erstelle einen jährlichen Redaktionsplan, abgestimmt auf relevante Kunstereignisse wie Gallery Weekend Berlin, Berlin Biennale oder Venice Biennale.
Fazit
Eine konsistente und professionelle Social-Media-Präsenz aufzubauen, ist keine leichte Aufgabe – und es ist völlig legitim, sie auszulagern.
Ich teile meine Erfahrungen nicht, um zu prahlen, sondern um dir eine praktische Anleitung zu bieten, wie du deine Online-Präsenz innerhalb deiner Community stärken kannst.
Dank des Internets ist der geografische Standort heute kein Hindernis mehr. Egal, ob du – wie ich – in einer lebendigen Hauptstadt lebst oder in einem kleinen Dorf: Mit einer guten Internetverbindung ist alles möglich.

